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Datacenter DATAROCK: Vom Militärspital zum Databunker

Datacenter DATAROCK: Vom Militärspital zum Databunker

Veröffentlicht am 17. September 2021
  3 Min. Lesezeit
  Aktualisiert am 11. November 2024

Unser Datacenter Datarock in Nottwil (Luzern, Schweiz) liegt 15 Meter unter dem Boden. Das hat seinen Grund. Denn der unterirdische Bunkerkomplex fungierte früher als Militärspital der Schweizer Armee. In diesem Blogbeitrag gewähren wir dir einen Einblick in vergangene Zeiten.

Eingang zum Datacenter Datarock

Inhalt

Die Spuren der Vergangenheit

Wenn wir heute durch die endlosen Gänge unseres Datacenters «DATAROCK» gehen, erinnern noch einige Details an den früheren Verwendungszweck des Gebäudes. Türschilder mit Aufschriften wie «Büro Kdt/Adj», «Büro 3 der Dienste» oder «Salzlager», aber auch Gittertüren und Gehörschütze der Schweizer Armee lassen an vergangene Zeiten erinnern. Doch so lange ist es noch gar nicht her, dass der riesige Bunkerkomplex nicht mehr als Militärspital bereitsteht.

Quelle: hosttech GmbH

Der Ursprung des ehemaligen Militärspitals

Der Spatenstich für das Militärspital erfolgte am 5. April 1988. Rund drei Jahre später am 20. September 1991 folgte dann die Eröffnung.

Wie Oberfeldarzt und Direktor des Bundesamtes für Sanität, Divisionär P. Eichenberger, bei der Einweihung am 20. September 1991 schreibt, sei mit dem Militärspital Nottwil (Luzern, Schweiz) ein drittes, großes Bauwerk im «humanitären Geiste des Dienens am leidenden Mitmenschen» vollendet worden. Denn auch das Ausbildungszentrum des Schweizerischen Roten Kreuzes sowie das Schweizer Paraplegiker-Zentrum (SPZ) befinden sich im luzernischen Nottwil. So war es denn auch die Absicht, den Patienten des SPZ bei Bedarf einen Teil des Militärspitals zur Verfügung zu stellen.

Die Fakten

Der gigantische Bunkerkomplex umfasst eine Fläche von 8’867 m2. Hier ein paar Kennzahlen:

  • 4 Stockwerke
  • 2 Treppenlifte
  • 2 Bettenlifte
  • 4 Operationstische
  • 500 Patientenplätze
  • 541 Mitarbeitende müssten im Falle einer Mobilmachung im Spital arbeiten

Einrichtung

«Das Militärspital besteht aus Eisenbeton mit einem Schutzgrad 3 bar gemäß TWO 77 des Bundesamtes für Zivilschutz», so steht es im Dokument von 1991.

Das Militärspital war in folgende Bereiche aufgeteilt:

  • Geschützte Zugänge
  • Aufnahmebereich
  • Operationsbereich
  • Überwachungsstation
  • Pflegebereich
  • Isoliereinheit
  • Pharmazeutische Abteilung
  • Wirtschaftsbereich
  • Büros und Unterkunft der Truppe
  • Gebäudetechnik

Einige Impressionen der obengenannten Abteilungen:

Gebäudetechnik

Vom Militärspital zum Datacenter

Glücklicherweise musste das Militärspital nie für seinen ursprünglichen Zweck eingesetzt werden. Jedoch blieben die Räumlichkeiten nicht ungenutzt. Wie bereits angetönt, wurde schon bei der Planung des Militärspitals mit dem SPZ die Vereinbarung getroffen, dass sie die Lokalität bei Bedarf – zum Beispiel bei Sportveranstaltungen – für die Beherbergung von Paraplegikern und deren Betreuern nutzen dürfen. Zudem wurde das Militärspital von 2003 bis Ende November 2007 als provisorisches Rekrutierungszentrum der Innerschweizer Kantone Uri, Schwyz, Nidwalden, Obwalden, Zug und Luzern eingesetzt und diente 2013 kurzzeitig als Asylzentrum.

(Quelle: action, 2007 und südostschweiz, 2013)

Seit Anfang 2018 betreiben wir unsere Server im 3. UG. Damals befand sich in diesem Geschoss die Personalunterkunft mit den dazugehörigen Nebenräumen, das Spitalkommando, die Küche mit Ess- und Lagerräumen, die Wäscherei sowie die technischen Räume.

Heute, umgebaut als professionelles Datacenter, sieht es so aus:

Quelle: hosttech GmbH

Alle Informationen und Bilder, welche nicht anderweitig gekennzeichnet sind, stammen aus einem Dokument über das Militärspital Nottwil vom 14. August 1991, welches uns von der Bibliothek am Guisanplatz zur Verfügung gestellt wurde.

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