IPv4-Adressen gehen zur Neige

Im Internet der Dinge benötigen so viele Geräte eine IP-Adresse, dass die Anzahl schnell knapp wird. Spätestens jetzt sollte IPv6 endlich zum Standard werden und dieses Problem beseitigen, bevor die IP-Adressen wirklich ausgehen.

IP-Adressen werden für die Kommunikation zwischen verschiedenen Geräten in Netzwerken benötigt und sind somit unabdingbar wie bspw. eine Telefonnummer oder Postanschrift. Mittels Internet Protocol (IP) wird eine eindeutige Adressierung eines Teilnehmers möglich, sodass Daten untereinander übermittelt werden können. Sei es für Versendung von E-Mails, Aufruf von Webseiten oder die Vernetzung von physischen und virtuellen Gegenständen - dem sog. Internet der Dinge (Internet of Things - IoT). Durch rasantes Ausbau des Internets und insbesondere durch die Ausstattung von Geräten mit IP-Adressen (Stichwort: Smart Home) sind mittlerweile die IPv4-Adressen in Europa fast vollständig belegt.

Gemäss Statistik der europäischen IP-Adressverwaltung RIPE im März 2018 sind nur noch um die 9 Millionen freier IP-Adressen verfügbar. Der Grossteil der neuen und freien IPs stammen aktuell aus zurückgeholten IP-Adressen – bspw. wenn ein Internetprovider schliesst oder Adressen eines Anbieters freiwillig zurückgegeben werden.

IPv4-Adresspool der letzten 36 Monate

Entwicklung des IPv4-Adresspools von RIPE innerhalb der letzten 36 Monate, Quelle: RIPE

IPv4 versus IPv6

Der in den 80er Jahren eingeführte Standard IPv4 mit einer Länge von 32 Bits hat nur eine begrenzte Anzahl an tatsächlich verwendbaren Adressen. Durch das unvorhergesehene Wachstum hat sich bereits in den 90er Jahren abgezeichnet, dass diese schon sehr bald aufgebraucht sind. Durch eine Änderung der Vergabepraxis (Zuteilung weniger Adressen & Verwendung dynamischer IPs) und privaten IPv4-Adressen (Verwendung nur im privaten Netz ohne weltweite Erreichbarkeit) konnte dies noch etwas hinausgezögert werden – aber durch die kürzliche Vergabe des letzten "/8"-Blocks neigen sich diese nun unweigerlich dem Ende zu.

Abhilfe kann der Umstieg von IPv4 auf IPv6 bringen: verwendet dieses Protokoll 128 Bits lange Adressen, wodurch eine nahezu unendlich grosse Zahl von IP-Adressen ermöglicht wird. Es ergeben sich zudem weitere Vorteile wie erhöhte Sicherheit, Mobile IPv6-Adresse, automatische Konfiguration etc. Ein Umstieg auf IPv6 ist somit unausweichlich - doch dieser geht nur sehr langsam voran. Gemäss Statistiken von Google liegt die IPv6-Adaption in der Schweiz bei ca. 27 Prozent (weltweit bei knapp 20 Prozent). Neben den erwähnten Vorteilen lauern doch auch ein paar Schwierigkeiten in der Umsetzung, sodass die Adaption nicht grundlos so lange wie möglich hinausgezögert wurde.

Wie ändert sich die Situation bei hosttech?

Grundsätzlich haben wir aktuell noch genügend IP-Adressen im Pool. Allerdings mussten wir die Preisstruktur etwas anpassen, um das „Grabbing“ zu minimieren. Damit sollen die IPs für Kunden bereitgehalten werden, welche diese auch wirklich benötigen.

hosttech implementiert IPv6 schrittweise in alle Produkte: so sind unsere vServer / Cloud Server seit längerem IPv6-fähig. Bei Bestellung und Aufschaltung eines vServers wird pro System auch jeweils ein IPv6-Subnetz >(/64) vergeben.