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DNS und DNSSEC: Kurz und knackig erklärt

DNS und DNSSEC: Kurz und knackig erklärt

Veröffentlicht am 9. August 2022
  5 Min. Lesezeit
  Aktualisiert am 11. November 2024

Wenn du bereits mit Domainnamen und Webhosting zu tun hattest, bist du früher oder später sicher einmal auf den Begriff „DNS“ gestoßen. Ohne dem „Domain Name System“ wären Websites nicht in der gewohnten Form aufrufbar, sodass DNS ein zentraler und bedeutsamer Bestandteil ist. Da dies jedoch ein sehr komplexer und technischer Mechanismus ist, erklären wir dir das DNS so einfach und verständlich wie möglich. Zudem weisen wir dich auf Schwachpunkte bzw. Sicherheitsproblematiken hin und zeigen auf, wie du diese beheben kannst.

DNS und DNSSEC Titelbild

Inhalt

Was ist das Domain Name System?

Das Domain Name System (DNS) ist ein essenzieller Bestandteil im Internet und zählt zu den wichtigsten Diensten. Um eine Website wie bspw. die von hosttech besuchen zu können, muss eine spezifische IP-Adresse des entsprechenden Webservers (wie bspw. 194.56.191.94) aufgerufen werden. Da sich derartige Nummern nur schwer einprägen lassen, kann eine Website recht simpel über den Domainnamen geöffnet werden.

Hierbei kommt das Domain Name System ins Spiel, einem global verteilten Verzeichnissystem, welches Anfragen zur Auflösung von Domainnamen in IP-Adressen (oder umgekehrt) beantwortet. Damit DNS-Anfragen schnell verarbeitet werden können, sind die Daten auf unzähligen DNS-Servern dezentral verteilt.

So funktioniert die DNS-Abfrage

Bevor Anfragen an einen DNS-Server gesendet werden, erfolgt in erster Instanz eine sog. Cache-Abfrage. Dabei wird geprüft, ob die benötigte IP-Adresse zu einer Domain bereits bekannt ist bzw. schon einmal aufgerufen wurde und somit im Pufferspeicher vorhanden ist. Dies erfolgt im Cache des Browsers, des Betriebssystems und dem Router, bevor dann der Internetdienstanbieter (ISP Nameserver) nach der Adresse befragt wird.

Sollte dies keine Ergebnisse liefern, wird eine Kette an weiteren Abfragen gestartet, bis die notwendige IP-Adresse ermittelt werden kann. Die Suche wird zuerst an einen Root Nameserver (Root-Server) übermittelt, welcher Informationen zur untergeordneten Hierarchie-Ebene enthält – den Top-Level-Domain (TLD) Nameservern wie beispielsweise .com, .net, .de, .ch, .at usw.

Die von den Registrierungsstellen verwaltete Nameserver enthalten weitere Informationen zu allen registrierten Domainnamen der jeweiligen TLD – jedoch nicht zu der spezifischen IP-Adresse. Somit verweisen diese ebenfalls auf die untergeordnete Hierarchie-Ebene: den in den Domaineinstellungen hinterlegten Nameservern (Autoritativer Nameserver). Dies sind i.d.R. die des Domain-Registrars oder Hosting-Providers. Schließlich wird dann in der DNS-Zonendatei geprüft, welche IP-Adresse für die entsprechende Domain erfasst ist und meldet diese zurück. So kann dann die gewünschte Website über den Browser des Anwenders aufgerufen werden.

Obwohl hier eine regelrechte Abfragewelle losgetreten wird, erfolgt die Ermittlung der IP-Adresse in Millisekunden.

Grafik DNS Abfrage

Tipp: Sollte dich deine IP-Adresse dennoch interessieren, kannst du sie bei uns herausfinden:

Schwachpunkte des Domain Name System

Das DNS wurde bereits 1983 entwickelt und bei dessen Aufbau spielte das Thema Sicherheit nicht die gleiche Rolle, wie es heutzutage der Fall ist. Das DNS ist weitgehend unverschlüsselt, sodass im Laufe der Zeit einige Schwachstellen aufgedeckt wurden, welche von Kriminellen für Angriffe genutzt werden könnten.

Eine dieser Schwachstellen ist das sog. DNS-Cache-Poisoning bzw. DNS-Spoofing, bei welchem falsche Informationen in einen DNS-Cache eingeschleust werden. Ziel dabei ist, dass bei einer Abfrage eine falsche IP-Adresse übermittelt wird, um den Nutzer auf eine manipulierte Website zu leiten. Dort können beispielsweise vertrauliche Daten abgegriffen werden oder Malware (Schadprogramme) unbemerkt auf das Gerät des Nutzers gelangen.

Obwohl diese Angriffe verhältnismäßig schwer durchzuführen sind, besteht dennoch eine reelle Gefahr, welche verhindert werden sollte.

Schutz durch DNSSEC (Domain Name System Security Extensions)

Die Erweiterung DNSSEC wurde als Sicherheitsmechanismus eingeführt, um die Echtheit (Authentizität) und die Vollständigkeit (Integrität) der Daten von DNS-Antworten sicherzustellen, sodass diese nicht unerkannt manipuliert werden können. Weiterführende Informationen zu DNSSEC haben wir hier zusammengefasst.

Dieses Video visualisiert außerdem kurz und äußerst verständlich das Thema DNSSEC:

Vorteile Aktivierung DNSSEC bei hosttech

Für Domains mit der Endung .de und .at kannst du DNSSEC manuell aktivieren. Dies gilt übrigens für praktisch alle TLDs.

Für alle .ch-Domains, welche du bei hosttech registriert hast und die hosttech Nameserver verwenden, aktivieren wir DNSSEC standardmäßig automatisch und kostenlos. Somit musst du dich hier nicht um das Thema Sicherheit kümmern und du ersparst dir auch den Zuschlag, welcher bei unsignierten Domains fällig wird.

Aber auch Domains mit externen Nameservern kannst du schützen, indem du bei deinem DNS-Anbieter den notwendigen DNSSEC-Key (DS-Record) anforderst und diesen dann im Domaincenter deines myhosttech Kundencenters hinterlegst. Wie du diesen Eintrag setzen und DNSSEC aktivieren kannst, erfährst du in unserem FAQ-Beitrag.

Aber Achtung: noch nicht jeder Anbieter unterstützt DNSSEC. Du solltest dich also vergewissern, ob dein Anbieter dieses Schutzfeature anbietet. Ansonsten kann deine Domain nicht mit DNSSEC geschützt werden.

Sollte dies der Fall sein, kannst du aber gerne die hosttech-Nameserver verwenden und DNSSEC für deine Domain aktivieren (siehe FAQ). Beachte dabei, dass du in dem Fall alle relevanten und notwendigen DNS-Records im Domaincenter hinterlegst, damit deine Domain weiterhin funktioniert.

Was bei einem Domaintransfer beachtet werden sollte

Dasselbe ist bei einem Domaintransfer zu beachten. Informiere dich vorab, ob der Registrar DNSSEC unterstützt und wie hoch der Zuschlag für unsignierte Domains ist. Da es hierfür keine verbindliche Höhe gibt und somit jeder Registrar die Zusatzgebühr selbst festlegen kann, solltest du dich unbedingt vor unliebsamen Überraschungen schützen.

Apropos Domaintransfer: wusstest du, dass in vielen Fällen eine Domainkündigung und ein Domainumzug nicht notwendig ist? Aus technischer Sicht spielt es keine Rolle, wo eine Domain registriert ist. Diese muss somit nicht zwingend beim Hosting-Provider verwaltet werden. Über die Domaineinstellungen kann die Domain mittels Anpassung der Nameserver bzw. DNS-Einträge mit jedem beliebigen Host verbunden werden.

Lass dich hier nicht von deinem Provider unter Druck setzen oder mit vermeintlich günstigen Domainpreisen locken. Oftmals gelten diese nur für das erste Jahr und danach werden deutlich höhere Registrationsgebühren fällig. Ein Registrarwechsel kann somit unter Umständen zu deutlich höheren Kosten führen.

Deshalb legen wir viel Wert auf Transparenz: Bei hosttech profitierst du weiterhin von vorteilhaften Domainpreisen. Außerdem kann es von Vorteil sein, alle Produkte beim selben Provider zu haben.

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Bild von Alex Dörrer

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