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Recht im Webdesign: Die wichtigsten Lizenzen im Überblick

Recht im Webdesign: Die wichtigsten Lizenzen im Überblick

Veröffentlicht am 14. Januar 2026
  8 Min. Lesezeit
  Aktualisiert am 14. Januar 2026

Beim Erstellen einer Website kommt eine Vielzahl von kreativen Inhalten zum Einsatz: Bilder, Icons, Schriften, Templates, Videos und mehr. Viele davon stammen von externen Quellen und sind urheberrechtlich geschützt. All diese Elemente unterliegen in der Regel urheberrechtlichen Regelungen – und damit auch bestimmten Lizenzen, die genau festlegen, wie und in welchem Umfang sie verwendet werden dürfen.

Laptop mit geöffneter Webseite zur Creative-Commons-Lizenz CC0, stellvertretend für rechtliche Grundlagen und Lizenztypen im Webdesign.

Inhalt

Darum geht's

  • Lizenzierung ist wichtig: Kreative Inhalte dürfen nur mit der richtigen Lizenz verwendet werden.
  • Nicht jede Lizenz erlaubt alles: Kostenfrei heißt nicht automatisch kommerziell nutzbar.
  • Fonts haben eigene Regeln: Schriftarten brauchen spezielle Web-Lizenzen
  • Achte auf länderspezifische Unterschiede: es gelten teils unterschiedliche rechtliche Regelungen.

Gerade im Webdesign ist es essenziell, Rechtskonformität sicherzustellen, um Abmahnungen und rechtliche Konsequenzen zu vermeiden. In diesem Beitrag geben wir einen Überblick über die wichtigsten Lizenztypen, zeigen auf, worauf man achten sollte – und klären, wo es Unterschiede in der Schweiz, Österreich und Deutschland gibt.

Der Begriff ‚Lizenz‘ wird häufig auch als Synonym für Erlaubnis oder Genehmigung verwendet; eine genaue Definition umfasst die vertraglich eingeräumte Berechtigung, bestimmte Schutzrechte wie Patente, Marken, Urheberrechte oder Geschmacksmuster zu nutzen.

Warum sind Lizenzen im Webdesign so wichtig?

Webdesigner*innen, Agenturen und Website-Betreiber*innen verwenden häufig Inhalte von Drittanbietern – sei es ein Icon aus einer Sammlung, eine Schrift von Google Fonts oder ein Bild von einer Stock-Plattform. Doch nicht alles, was online verfügbar ist, ist automatisch frei nutzbar. Jede kreative Leistung – sei es ein Foto, eine Schriftart oder ein Template – ist urheberrechtlich geschützt. Die Rechte an diesen Inhalten liegen beim Rechteinhaber, der als Person oder Organisation das geistige Eigentum besitzt. Die Nutzung und Übertragung dieser Rechte erfolgt in der Regel auf Basis von Urheberrechten, die als Grundlage für die Lizenzierung dienen.

Werden diese ohne entsprechende Lizenzierung oder über die erlaubte Nutzung hinaus eingesetzt, kann dies rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen – im schlimmsten Fall von Abmahnungen bis zu Schadensersatzforderungen. Der Lizenznehmer ist dabei die Person, die die Nutzungsrechte erhält und vertraglich verpflichtet ist, die Bedingungen des Lizenzgebers einzuhalten.

Welche Frage stellt sich dabei zentral? Zum Beispiel: Welche Lizenz ist für mein Projekt die richtige?

Im Zusammenhang mit Lizenzen ist es wichtig zu wissen, dass der Lizenzgeber die Person oder Organisation ist, die die Nutzungsrechte an den Inhalten vergibt.

Medienarten und Lizenzen: Was gilt wo?

Nicht alle Elemente im Webdesign unterliegen denselben Lizenzregeln. Bilder, Fonts, Icons, Videos oder Templates – jede dieser Medien bringt eigene Anforderungen mit. Lizenzverträge regeln dabei den Gegenstand und die Verwendung der jeweiligen Medien, indem sie festlegen, welche Rechte, Waren oder Leistungen übertragen und wie diese genutzt werden dürfen. Während bei Fotos oft Royalty-Free- oder Creative-Commons-Lizenzen zum Einsatz kommen, gibt es für Schriftarten auch spezielle Font-Lizenzen, die sich je nach Verwendungszweck unterscheiden.

Trotz dieser Unterschiede gibt es auch lizenzrechtliche Gemeinsamkeiten, etwa bei Open-Source- oder proprietären Lizenzmodellen, die medienübergreifend gültig sein können.

Wichtig für dich: Achte nicht nur auf den Lizenztyp, sondern auch darauf, für welches Medium er gilt – und ob du die Inhalte kommerziell und online verwenden darfst. Die Verwendung der verschiedenen Medienarten wird jeweils durch spezifische Lizenzverträge geregelt.

Im nächsten Abschnitt zeigen wir dir die wichtigsten Lizenzarten, die dir im Webdesign begegnen – von frei nutzbar bis rechtlich streng geregelt.

Die wichtigsten Lizenztypen im Webdesign

Im Webdesign haben wir es häufig mit diesen fünf Lizenztypen zu tun:

1. Royalty-Free (lizenzfrei, aber nicht kostenlos)

Royalty-Free bedeutet, dass ein Design-Element – z. B. ein Bild oder Icon – nach dem einmaligen Kaufpreis ohne wiederkehrende Lizenzgebühren verwendet werden darf. Die Lizenzgebühr wird als Gegenleistung für die Nutzung des Elements gezahlt und ist in der Regel eine Einmalzahlung, sodass keine weiteren Zahlungen für die Nutzung anfallen. Wichtig: “Royalty-Free” ist nicht gleichbedeutend mit “kostenlos“.

Typische Anbieter: Shutterstock, Adobe Stock, iStock

Worauf muss ich achten?

  • Häufig gilt eine begrenzte Nutzung auf eine bestimmte Anzahl von Projekten oder Seitenaufrufen mit dieser Lizenz .
  • Keine Weitergabe oder Wiederverkauf erlaubt.
  • Kommerzielle Nutzung ist oft erlaubt – aber: Immer die jeweilige Lizenzvereinbarung genau prüfen!

2. Creative Commons (CC-Lizenzen)

Creative Commons (CC) ist ein Lizenzsystem, das Inhalte kostenlos verfügbar macht – unter bestimmten Bedingungen. Der Urheber regelt dabei die Verwertungsrechte an seinem Werk, indem er eine passende Creative Commons-Lizenz auswählt. Es gibt unterschiedliche Abstufungen:

  • CC BY: Nutzung mit Namensnennung erlaubt
  • CC BY-SA: Nutzung + Weitergabe unter gleichen Bedingungen
  • CC BY-ND: Nutzung erlaubt, aber keine Bearbeitung
  • CC BY-NC: Nur für nicht-kommerzielle Nutzung, keine kommerzielle Nutzung erlaubt
  • CC0: Gemeinfrei – Nutzung ohne Einschränkungen

Worauf muss ich achten?

  • Namensnennungspflicht (außer bei CC0)
  • Kommerzielle Nutzung prüfen – bei vielen CC-Lizenzen verboten
  • Oft ist eine Verlinkung zur Quelle Pflicht.

Vorsicht bei kommerziellen Websites!

Viele CC-Lizenzen verbieten kommerzielle Nutzung – dies kann problematisch sein, wenn du eine Unternehmenswebsite oder einen Onlineshop betreibst. Bei der Nutzung von CC-Lizenzen in kommerziellen Projekten solltest du beachten, dass eine Abhängigkeit von den jeweiligen Lizenzbedingungen besteht und oft auch dritte Parteien, wie Agenturen oder Kunden, in die Lizenzvergabe oder -nutzung eingebunden sind. Achte zudem auf eine korrekte Namensnennung und Quellenverlinkung.

Open Source: Freie Tools und Designs mit Auflagen und Urheberrecht

Open Source bedeutet, dass der Code bzw. die Ressourcen öffentlich sind und weiterverwendet werden dürfen – unter Einhaltung der Lizenzbedingungen. Zwischen Open-Source-Lizenzen und der Bereitstellung von Dienstleistungen besteht eine enge Verbindung, da viele Projekte neben der Software auch Support, Beratung oder individuelle Anpassungen als Dienstleistungen anbieten. Unternehmen nutzen Open-Source-Lizenzen häufig, um ihr Know-how in Form von Software und begleitenden Dienstleistungen bereitzustellen und so innovative Geschäftsmodelle zu entwickeln. Das gilt nicht nur für Software, sondern auch für Webdesign-Ressourcen wie Templates, Icons und Schriftarten.

Wichtigste Open-Source-Lizenzen:

  • MIT: Sehr offen – erlaubt fast alles, Lizenztext muss erhalten bleiben
  • GNU GPL: Änderungen erlaubt, aber Weitergabe nur unter derselben Lizenz
  • OFL (Open Font License): Weit verbreitet bei freien Schriftarten wie Google Fonts

Bekannte Beispiele für Open-Source-Software sind z. B. WordPress, Linux, Firefox, MySQL und Joomla.

Tipp: Bei WordPress-Themes und Plugins lohnt sich ein Blick in die Lizenzdatei – vor allem, wenn du sie kommerziell nutzt oder veränderst.

Fonts im Webdesign: Achtung bei Schriftlizenzen!

Fonts sehen harmlos aus, sind aber technisch gesehen Software – und damit lizenzpflichtig. Je nachdem, wie und wo du sie einsetzt, benötigst du unterschiedliche Lizenzarten: Zudem können bestimmte Schriftarten als Marke geschützt sein, was zusätzliche rechtliche Aspekte beim Einsatz mit sich bringt.

Typische Font-Lizenzen:

  • Desktop: Für Layouts auf deinem Rechner
  • Webfont: Für die Einbettung auf Websites (z. B. via @font-face)
  • App oder E-Book: Für digitale Anwendungen

Besonderheit bei Webfonts: Viele Anbieter – etwa Adobe Fonts oder MyFonts – lizenzieren Webfonts basierend auf der Anzahl der Seitenaufrufe pro Monat. Überschreitest du das im Vertrag festgelegte Kontingent, kann eine Nachlizenzierung erforderlich sein. Achte also genau auf die Bedingungen der Lizenz, hauptsächlich bei trafficstarken Websites.

Die Nutzung von Google Fonts ist unter der OFL in der Regel rechtssicher – jedoch ist seit 2022 in Deutschland besondere Vorsicht geboten: Nutze Google Fonts nur, wenn du sie lokal hostest. So umgehst du rechtliche Probleme wegen ungewollter Datenübertragung.

Proprietäre Lizenzen: Kommerziell, aber mit Regeln

Viele Templates, Plugins oder auch Homepage-Baukästen stehen unter sogenannten proprietären Lizenzen. Hier entscheidest nicht du, sondern der Anbieter über Art und Umfang der Nutzung. Die Verwendungszwecke können daher also von den Anbietern bestimmt werden. Bekannte Software mit solch einem Lizenzmodell sind z. B. Microsoft Office, Spotify, Adobe Creative Suite, Apple iOS.

Typische Einschränkungen:

  • Nutzung nur für eine Website
  • Kein Weiterverkauf oder Weitergabe
  • Updates und Support oft zeitlich begrenzt

Einige Beispiele von proprietärer Software wären z. B. Adobe Creative Suite, Microsoft Office, Spotify usw.

Checkliste und Tipps zur Einhaltung von Nutzungsrechten

Nochmals zusammengefasst, haben wir dir hier eine kurze Checkliste mit den wichtigsten Punkten. Damit minimierst du das Risiko rechtlicher Stolperfallen.

  1. Dokumentiere jede genutzte Ressource mit Quelle, Lizenz und Downloaddatum.
  2. Nutze vertrauenswürdige Quellen (wie Adobe Stock, Google Fonts oder Unsplash).
  3. Prüfe, ob eine kommerzielle Nutzung erlaubt ist – besonders bei CC-Lizenzen.
  4. Prüfe Lizenzbedingungen, bevor du Drittanbieter-Templates oder Plug-ins in Kundenprojekten nutzt.
  5. Schließe mit Agenturen oder Freelancern klare Verträge über Nutzungsrechte ab.

Eine klare Lizenzvereinbarung legt die Rahmenbedingungen für die Nutzung fest und schafft Transparenz über Rechte, Pflichten und Gebühren.

Beachte in der Praxis, dass die tatsächliche Anwendung der Lizenzbedingungen oft von individuellen Projekterfahrungen abhängt. Bei Unsicherheiten findest du Hilfe in Form von Support-Foren, Schritt-für-Schritt-Anleitungen oder durch die Beratung von Fachanwälten. Weiterführende Informationen und Informationsquellen zu Lizenzen und Webdesign bieten spezialisierte Ratgeber und Fachportale.

Fazit: Lizenzklarheit schützt dich vor teuren Fehlern

Ob Fonts, Bilder oder Templates – ohne passende Lizenz kann es rechtlich problematisch werden. Wer als Designer oder Website-Betreiber professionell und rechtssicher arbeiten möchte, sollte sich frühzeitig mit den jeweiligen Lizenztypen auseinandersetzen. Lizenzen gewährleisten den Schutz von Schutzrechten und regeln die erlaubte Nutzung klar und verbindlich. Eine sorgfältige Lizenzprüfung ist ein wichtiger Bestandteil professioneller Arbeit im Webdesign.

Prüfe jede Lizenz und deren Nutzungsbedingungen sorgfältig – besonders bei kommerziellen Projekten. So wird dein Webdesign nicht nur kreativ und modern, sondern auch rechtssicher und professionell, was maßgeblich zum Erfolg deiner Webdesign-Projekte beiträgt.

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Bild von Anja Fritsch

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